Besonderheiten einer ERP-Lösung im Maschinenbau

 

Eine Branche digitalisiert sich

 

Es hat sich viel verändert, seit Johann von Zimmermann in seiner Chemnitzer Fabrik ab 1848 die ersten Werkzeugmaschinen hergestellt und damit den Weg zur seriellen Fertigung geebnet hat. Inzwischen hat sich der exportorientierte Maschinenbau zu einem führenden Industriezweig in Deutschland entwickelt. Die stark mittelständisch geprägte Branche hat turbulente Zeiten hinter sich und zahlreiche Aufgaben auf der Agenda, die Digitalisierung ist nur eine davon.

 

Wie ein ERP-System für die Maschinenbaubranche ausgestattet sein muss und wie Sie als Fertigungsunternehmen die passende Lösung finden, lesen Sie in unserem Artikel.

Anlagenbau im Aufschwung

 

Die pandemiegebeutelte Schlüsselindustrie steht vor vielfältigen Herausforderungen, darunter steigende Kundenanforderungen, zunehmender Kostendruck und volatile Rahmenbedingungen, doch die Aussichten stehen gut. So verzeichnet der Branchenverband VDMA einen Aufschwung im Anlagen- und Maschinenbau und prognostiziert ein Wachstumsplus von sieben Prozent bis Ende 2021. Der Digitalisierungsdruck nimmt zu, denn Flexibilität und schnelle Reaktionszeiten sind jetzt gefragt, um adäquat auf Veränderungen reagieren zu können. Die Digitalisierung von Prozessen bringt neue Anforderungen mit sich, nämlich die intelligente Vernetzung von Produktions- und Logistikprozessen mit Maschinen, Stichwort: Industrie 4.0.

 

Im Arbeitsalltag von Anlagen- und Maschinenbauern kommt es vor, dass die Fertigungsabteilung feststellt, dass bestimmte Bestandteile eines Konstruktionsentwurfs sich nicht wie geplant realisieren lassen. Manchmal kommt es auch vor, dass notwendige Artikel und Baugruppen gerade nicht lieferbar sind – dann sollte umgehend eine Meldung vom Einkauf an die Konstruktionsabteilung erfolgen. Mit abteilungsübergreifenden Informationsprozessen wird Konflikten und gravierenden Verzögerungen entgegengewirkt.

 

Aktuelle Herausforderungen:

• Zeit- und Kostendruck
• Wettbewerbsdruck
• Schnelles Reaktionsvermögen und Flexibilität bei Auftragsänderungen
• Umfassende und einwandfreie Dokumentation über Produktentstehung
• Problemfreie abteilungsübergreifende Kommunikation

 

Anforderungen an eine ERP-Software für Maschinenbau

 

Mit den Herausforderungen innerhalb der Maschinen- und Anlagenbaubranche gehen entsprechende Anforderungen an eine geeignete ERP-Lösung einher: Im Zentrum steht das perfekte Zusammenspiel aller Bereiche. Branchenspezifische Werkzeuge sind unumgänglich, oft bedarf es zusätzlich unternehmensindividueller Anpassungen an die jeweiligen Geschäftsprozesse. Eine ERP-Lösung für den Maschinen- und Anlagenbau muss der Thematik entsprechend ausgestattet sein.

 

Nachfolgend ein kurzer Überblick über elementare Funktionen und Features eines passenden ERP-Systems für den Maschinenbau:

 

PLM-/CAD-Integration

 

Maschinen- und Anlagenbauunternehmen sparen wertvolle Arbeitszeit, minimieren Fehlerquellen und verbessern die interne Kommunikation, indem sie ein CAD-Programm in die ERP-Software integrieren. Durch die Verknüpfung von CAD-Umgebungen mit einem ERP-System stehen allen involvierten Abteilungen jederzeit alle Zeichnungsdaten und Pläne in einem einheitlichen Format zur Verfügung.

 

Stücklistenmanagement

 

Eine wichtige Anforderung an Ihr ERP-System im Maschinenbau ist es, wachsende Stücklisten automatisiert per CAD-Schnittstelle zu erweitern und zu modifizieren. Dies stellt sich als äußerst nützlich heraus, wenn zum Beispiel Entwürfe in der Konstruktion erst nach der Planungsphase angepasst wurden. Automatisch wachsende Stücklisten dienen außerdem einer schlüssigeren Dokumentation von Aufträgen: Änderungen der aktuellen Maschinenkonfiguration müssen so beispielsweise nicht in einem extra Dokument dargelegt werden – es ist stattdessen ausreichend, die entsprechende Stückliste abzuändern.

 

Mitlaufende Kalkulation

 

Ebenso sollte ein gutes ERP-System für den Maschinenbau eine mitlaufende Kalkulation beinhalten: Hierbei besteht die Chance, tragfähige Kalkulationen als auch verlässliche Termin- und Kostenpläne für Unternehmen zu erstellen. Betriebe behalten so selbst bei häufigen Änderungen komplexer Projekte stets den Überblick und können so die Aufträge auf einem profitablen Niveau halten.

 

Integriertes Projektmanagement
 

Um Termine, Kosten, Dokumentationen und Erlöse jederzeit im Griff zu haben, empfiehlt sich für den Maschinenbau ein ERP-System mit integriertem Projektmanagement. Dadurch gewinnen Unternehmen größte Prozesssicherheit und können einzelnen Projektvorgängen Aufgaben zuordnen.

 

Dokumentenmanagement

 

Als Schwachstelle in Fertigungsprojekten werden immer wieder physische Auftragsakten identifiziert, was zur Beeinträchtigung des Arbeitsflusses führen kann. Daher sollte ein ERP-System für Maschinenbau über ein integriertes Dokumentenmanagement verfügen. Dadurch wir die Bearbeitung und Teilung von Dokumenten vereinfacht. Zudem können sämtliche Belege, Aufträge, Angebote und Dokumente revisionssicher abgelegt und zentral von allen Abteilungen eingesehen werden.

 

Produktionsplanung/-steuerung

 

Maschinenbauunternehmen nutzen dank ERP-Lösungen mit Produktionsplanung und -steuerung ihre Ressourcen optimal. Die tatsächliche Auslastung der Fertigung bleibt aufgrund grafischer Kapazitätsplanung stets im Blick, wodurch verlässliche Terminaussagen gegenüber Kunden möglich sind.

 

So finden Sie die passende ERP Branchenlösung für den Maschinenbau

 

Die Prozesse im Maschinenbau sind komplex; damit die Abläufe optimal ineinandergreifen und Informationen jederzeit aktuell abrufbar sind, braucht die ERP-Lösung branchenspezifische Funktionen und hohes Maß an Flexibilität.

 

Die Software sollte an unternehmensindividuelle Abläufe anpassbar sein und eine effiziente Planung als auch Steuerung der Geschäftsprozesse ermöglichen: Durch CAD-Integration, wachsender Stücklisten, mitlaufender Kalkulation oder integriertem Projekt- und Dokumentenmanagement wird dieses Vorhaben vereinfacht realisierbar.

Die in diesem Blogartikel genannten Funktionen und Features sollten Sie bei der Wahl des richtigen ERP-Anbieters für Maschinenbauunternehmen unbedingt berücksichtigen. Des Weiteren fällt Ihnen die Entscheidung für eine ERP-Software leichter, wenn Sie folgende grundlegende Prinzipien verfolgen:

 

Flexibilität
Je schneller und unkomplizierter sich das System an veränderte Anforderungen adaptieren lässt, desto größer ist der dadurch gewonnene Wettbewerbsvorteil.
Bei der Auswahl des ERP-Systems sollten Sie auf einen modularen Aufbau achten: Damit können Sie im Idealfall Komponenten nach Ihren Bedürfnissen kombinieren. Auch die updatesichere Anpassbarkeit des Produkts sollte ein wesentlicher Bestandteil Ihres ERP-System sein; klären Sie mit dem Anbieter vorab, ob er Ihnen zukunftsfähiges Customizing und damit Investitionssicherheit garantiert.


Professionelle Betreuung bei der Implementierung
Setzen Sie auf Entwicklung, Einführung und Betreuung aus einer Hand und schonen Sie dadurch Ihre Unternehmens-Ressourcen. Es ist wichtig, dass Ihnen Ihr ERP-Anbieter einen verlässlichen, realistischen Projektplan vorlegt und Sie auch nach der Implementierung kompetent unterstützt.

 

Nahtlose Integration bestehender Prozesse
Beachten Sie, dass der Datenaustausch mit externen Partnern durch standardisierte Schnittstellen verfügbar ist. Eine mobile Variante des ERP-Systems birgt zusätzlich Vorteile für flexibles, standortunabhängiges Arbeiten.